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Die
Kraft aus der Traube...
Bistumsjugendtag in Wechselburg: Ein Glaubensfest
mit 500 jungen Gleichgesinnten
Wechselburg.
"Viele in meinem Alter haben nie eine katholische
Kirche von innen gesehen, wissen aber trotzdem genau,
dass bei uns alles komisch ist." Wie die 20-jährige
Agnes aus Ostritz erlebt sich mancher Jugendliche im
Bistum mit seinem Glauben auf einsamen Posten.
Der Bistumsjugendtag vom 20. bis 21. September 2008
war bewusst als Kontrast zum Alltag
Diaspora-Jugendlicher gestaltet, die auf ihre
Exklusiv-Rolle "einziger Katholik in der Klasse"
abonniert sind und deren Gruppe manchmal schon ins
Wanken gerät, wenn ein einziger zum Studium wegzieht.
Die Freude am Glauben, an der Gemeinschaft und am
Feiern mit vielen Gleichgesinnten prägte die Stunden
im Kloster Wechselburg unter dem Motto "beerenstark -
glauben gemeinsam feiern". Spürbar war diese Freude
beim gemeinsamen Tanz, Spiel, Gesang und Gottesdienst,
aber auch bei zahlreichen Gesprächen darüber, wie sich
der eigene Glaube auf den Alltag auswirken kann.
Manche
Jugendliche erzählten, dass sie ihrem Diaspora-Dasein
durchaus positive Seiten abgewinnen können. Über den
engen Zusammenhalt zwischen allen Generationen in
ihrer Gemeinde Glashütte freut sich beispielsweise die
17-jährige Franziska aus Altenberg. Jugendliche aus
Löbau heben das gute Zusammenspiel mit den
evangelischen Jugendlichen in ihrer Stadt hervor und
Miriam (19) aus Meißen ist überzeugt: "Zuviel Salz in
der Suppe wäre auch nicht der Hit."
Buchautor Dr. Manfred Lütz motivierte die
Jugendlichen in einem humorvollen Vortrag, von Gott zu
reden und sich von vermeintlich guten Gegenargumenten
nicht einschüchtern zu lassen. Wie sich evangelische
und katholische Christen als "Geschwister im Glauben"
gegenseitig stärken können, entdeckten die Teilnehmer
eines Workshops im Gespräch mit dem evangelischen
Landesjugendpfarrer Tobias Bilz. Er selbst sehe die
Andersartigkeit der katholischen Kirche vor allem als
Bereicherung, erläuterte der evangelische Pfarrer.
Wenn er Schwächen oder Befremdliches ausmache,
versuche er, dies mit einem barmherzigen Blick zu
betrachten.
In
seiner Predigt während der Heiligen Messe am Sonntag
nahm Bistumsjugendseelsorger Ralph Kochinka auf das
biblische Bild des Weinstocks Bezug und ermutigte die
jungen Katholiken, die Verbindung zu Gott nicht
abreißen zu lassen. Vor der Wallfahrt war jede
Jugendgruppe des Bistums gebeten worden, eine
Styroporkugel fantasievoll zu gestalten. Während des
Bistumsjugendtages banden Helfer die rund 60 bunten
Kugeln als "Beeren" zu einer Weintraube zusammen. Zum
Abschluss wurde die Traube wieder zerlegt. Jede
Jugendgruppe erhielt die Beere einer anderen Gruppe
samt zugehöriger E-Mail-Adresse. Nun liegt es an den
Jugendlichen selbst, ob sie den Kontakt pflegen. Eine
weitere Möglichkeit, in Verbindung zu bleiben, bietet
ein Buch mit Jugendgebeten und -liedern, das in
Wechselburg verteilt wurde. Jugendliche und junge
Erwachsene aus dem Bistum hatten dafür eigene Gebete
formuliert. Das Buch soll helfen, mit Gott in Kontakt
zu bleiben und zudem daran erinnern, dass andere auf
einem ähnlichen Weg sind.
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Text: Dorothee Wanzek, Tag des Herrn (28.09.2008)
Fotos: Dorothee Wanzek |
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